Mit der Zither auf der Bühne des Staatstheaters

Hassloch: Lehrerin der Hasslocher Musikschule wirkt in Wiesbaden im „Weißen Rößl“ mit

In den vergangenen fast 30 Jahren hat Gaby Kiessling an der Musikschule Hassloch unzählige Schüler an die Zither herangeführt. Ihren größten persönlichen Erfolg feiert die Musikerin zurzeit am Staatstheater in Wiesbaden, wo sie mit ihrem Instrumente in der Operette „Im weißen Rössel“ mitwirkt.

Bereits mit acht Jahren lernte Gaby Kiessling von ihrem Vater das Zitherspiel, das sie gleich faszinierte. Sie bildete sich in vielen privaten Schulungen weiter und schaffte 1981 ihr Musik-Diplom als Pädagogin für Konzert-Zither an der Bundesakademie in Trossingen. Bei zahlreichen Auftritten hat sie die Zuhörer mit ihrem Zither-Spiel schon begeistert – und das nicht nur in Deutschland. Im September 2001 ging sie gemeinsam mit ihrem Mann Herbert, der das Alphorn bläst, auf Japan Tournee, und im Oktober 2002 durfte sie in Baden-Baden eine exklusive Abendveranstaltung für den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton musikalisch umrahmen.

Ihren größten persönlichen Erfolg feiert ‚Gaby Kiessling derzeit beim Staatstheater in Wiesbaden. Über das Internet war das Staatstheater auf die Hasslocher Zitherspielerin aufmerksam geworden und fragte an, ob sie in der Operette „Im weißen Rössel “von Ralph Benatzky auf ihrer Zither mitwirken wolle. Dank ihrer guten Referenzen wurde sie vom Fleck weg engagiert, ohne vorspielen zu müssen. „Für mich ging mit diesem Engagement ein Traum in Erfüllung. In diesem herrlichen Theater auf der Bühne zu stehen, das hätte ich nie gedacht“, schwärmt die Künstlerin.xxx Schon lange vor der Premiere konnte sie sich der aufregenden und faszinierenden Atmosphäre hinter den Kulissen nicht entziehen – vom Gang in die Maske und in die Kostümschneiderei über die Anproben bis zu Spannung bei der Generalprobe. Auch von der Herzlichkeit unter den Kollegen ist Gaby Kiessling begeistert.

Ein solches Herzklopfen wie vor der Premiere hatte ich noch nie in meinem Leben, gesteht die Zitherspielerin.

Besonders beeindruckt war sie von der Premierenfeier im wunderschönen Foyer des Theaters. Bei der jeder einzelne Darsteller einem erlesenen Publikum vorgestellt wurde. Doch ehe es soweit war, standen drei Bühnenorchesterproben, eine Hauptprobe und einen Generalprobe auf dem Programm.“ Das Eintauchen in die Theaterwelt ist schon etwas ganz Besonderes. Natürlich herrscht dort einen strenge Disziplin“. Sagt Gaby Kiessling. Da sie solo spielt, sitzt sie bei den Aufführungen nicht im Orchestergraben, sondern auf der Bühne. „Die Einsätze müssen präzise sein, da muss ich mich sehr konzentrieren.“ Gaby Kiessling begleitet die Sängerin Petra Urban, die die Postbotin Kati darstellt.

In drei Szenen bin ich auf der Bühne, und einmal spiele ich zu einer Szene beim Heurigen die Hintergrundmelodie aus dem Dritten Mann“, erzählt sie.
Obwohl sie diese Partie schon so oft gespielt hat, musste sie sich umstellen und den Vorstellungen des Regisseurs Ansgar Weigner folgen. Außerdem hatte sie bei den Proben Gespräche mit den Drei Dirigenten wegen der musikalischen Ausarbeitung.
Mann muss ganzen Einsatz bringen, um die Anforderungen zu erfüllen, doch letztlich bin ich überglücklich, dass ich vor einem so großen Publikum auftreten darf“, erzählt Gaby Kiessling.