Eine japanische Zitherpartie

Böhl-Iggelheim: Gaby und Herbert Kiessling von Konzertreise zurück

Es war wie ein Traum“, schildert die Böhl-Iggelheimer Zithervirtuosin und Musiklehrerin Gaby Kiessling ihre Konzertreise, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Herbert vom 29.August bis 11. September auf Einladung des japanischen Zitherverband in das Reich der aufgehenden Sonne geführt hatte.

Bei insgesamt acht Konzerten wurden Gaby (Zither, Gesang) und Herbert Kiesling (Trompete, Alphorn) begeistert gefeiert. Nach einem früheren, gemeinsamen Auftritt in Mannheim und einem folgenden, jahrelangen Briefwechsel mit der Präsidentin des japanischen Zitherverbands Joshiko Naito, die in sieben japanischen Städten Zitherschulen unterhält, erfolgte im Frühjahr die Einladung zu dieser Traumreise, auf die sich Gaby und Herbert Kiessling durch fleißiges Üben – besonders der japanischen Musikstücke – gründlich vorbereitet hatten.

Von Frankfurt über Zürich jettete das Paar am 29. August mit der Swiss Air in die japanische Hauptstadt Tokio, die die Böhl-Iggelheimer am folgenden Tag besichtigten. Schon der erste Auftritt beim 28. Japanischen Zitherfest in der Suntori Main Hall in Tokio wurde vor zahlreichen Zuhörern zum Höhepunkt der Konzertreise.

Gaby Kiessling, die bei dieser Veranstaltung Grußworte von Ministerpräsident Kurt Beck, Hasslochs Bürgermeister Uwe Gebhardt (sie lehrt an der Musikschule Hassloch) überbrachte, spielte Solostücke, im Duett mit einer japanischen Künstlerin und sang sich mit japanischen und deutschen Liedvorträge in die Herzen des Publikums.

Darunter „Furusato“ (auf deutsch „Heimat“) und die laut Gaby Kiessling von den Zuhörern stürmisch geforderten Volkslieder „Loreley“ oder „Sah ein Knab ein Röslein stehn“, Herbert Kiessling gab Trompeten- und Alphornvorträge zum Besten. Weitere sieben, vom Publikum mit viel Beifall quittierte Konzerte in ganz Japan, verbunden mit Besichtigungen und Empfängen, schlossen sich an, ehe die Kiesslings am 11. September von Osaka aus die Heimreise in die Vorderpfalz antraten.

„Mein verstorbener Vater wäre stolz gewesen“, erinnert sich Gaby Kiessling beim Resümee ihrer Konzertreise an den Mann, der ihr in ihrer Jugend in Ludwigshafen das Zitherspiel beigebracht hat. Nach weiteren Kursen bei bekannten Zithersolisten erwarb Gaby Kiessling 1981 an der Bundesakademie in Trossingen Ihr Diplom, während ihr Ehemann Herbert sich als versierter Trompeter und Alphornbläser - ein Instrument, das den japanischen Zuhörer nach Angaben der Kiesslings besonders gefiel – einen Namen gemacht hat.

Seit 1973 wohnt das Ehepaar Kiessling in einem liebebvoll mit großem Garten gestalteten Häuschen in der Iggelheimer Waldsiedlung. „Das hat seine Vorteile“, verrät Gaby Kiessling. „Denn wir sind beide sehr naturverbunden. Und wenn mein Mann Trompete übt, stört dies die weit entfernten Nachbarn nicht.“